Sew responsibly!

 

Das Nähen und Handarbeiten ist eine wohltuende, befriedigende, entschleunigende Tätigkeit, die so viel Freude machen kann, Entspannung schenken kann, Raum gibt für Kreativität, dafür, den eigenen Schaffensdrang auszuleben, für das Lernen von Neuem - ein wunderbares Hobby eben.

(Selbstgenähte) Kleidung ist im besten Fall nicht nur eine zweckdienliche Hülle für unseren Körper, sondern etwas, das unsere Persönlichkeit unterstreicht, der Welt eine Botschaft vermittelt, zeigt, wer wir sind und sein wollen. Jeder hat wohl schon gespürt, dass es in vielen Situationen eben nicht egal ist, was wir tragen, dass unser Wohlbefinden, unser Selbstwertgefühl auch damit zu tun haben, wie wir aussehen, welches Bild wir nach außen vermitteln.

Für sich selbst mit Sorgfalt und Liebe selbstgenähte Kleidung kann also auch ein Zeichen der Wertschätzung sich selbst gegenüber sein, kann "Selbstfürsorge" und "Selbstliebe" bedeuten. Ich denke, das ist richtig, und wichtig und schön - es ist wunderbar, sich selbst (oder selbstverständlich auch anderen) etwas Gutes zu tun.

 

Aber läuft das wirklich so? Ist das nicht nur ein romantisiertes Bild, das letztlich erst wieder dazu missbraucht wird, zu neuem Konsum (von Stoffen, Schnittmustern, Nähzubehör etc....) anzuregen?

Die meisten haben übervolle Kleiderschränke, die Altkleidercontainer quillen über, teilweise mit kaum getragenen Sachen. Macht es da überhaupt noch Sinn, etwas Neues zu produzieren? Nehmen wir das nicht sowieso alles zu wichtig, das Äußere, Oberflächliche, Mode und Trends?  

Ununterbrochen gibt es neue Schnitte, neue Stoffe, neue Hypes und Must-Haves. Wer "am Fließband" ständig neue Kleidungsstücke näht, die niemand braucht, ist wohl nicht ganz so weit entfernt von denen, die jede Woche etwas Neues im Mode-Discounter shoppen.

 

Ich verkaufe selbst auch Schnittmuster - und ja, ich bin darauf angewiesen, das ihr die auch kauft und ich damit (ein kleines bisschen) Geld verdienen kann. Zu unüberlegtem Konsum anzuregen, ist aber nicht mein Ziel, und ja, das ist in gewisser Weise ein Widerspruch, der mir auch oft  Kopfzerbrechen bereitet...

Wenn alles läuft, wie es soll, näht Ihr nach meinen Schnittmustern zeitlose Kleidungsstücke, die ihr braucht, die Ihr lange tragen könnt und die Euch lange Freude bereiten. Es wäre unrealistisch, zu behaupten, dass das immer auch so funktioniert, aber ich denke, es könnte möglich sein, eine solche nachhaltige und verantwortungsvolle Weise des Nähens umzusetzen.

Ein paar Überlegungen, die mir  selbst schon seit längerer Zeit  helfen, mein Nähverhalten zu hinterfragen, habe ich deshalb im Folgenden mal gesammelt. Vielleicht ist der eine oder andere Tipp für Euch dabei, wahrscheinlich wird aber jede/r einzelne/r einen eigenen Weg finden müssen. 

 

DIE WICHTIGSTE GRUNDÜBERLEGUNG:

Brauch ich's wirklich?!?

Diese Frage versuche ich mir IMMER zu stellen, bevor ich etwas Neues kaufe oder nähe - das trifft nicht nur auf Stoff oder Kleidung zu, sondern auf so gut wie alle Lebens- und Konsumbereiche.

Die Unterscheidung zwischen "Brauchen" und "Wollen" ist dabei nicht immer leicht zu treffen - da hilft wohl nur schonungslose Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Ich versuche auch, herauszufinden, warum ich etwas haben möchte und welchem Ziel ich dadurch näherkommen möchte. Außerdem hilft es mir, ein bisschen Zeit vergehen zu lassen und zu überprüfen, ob das Bedürfnis, etwas zu brauchen/zu wollen, länger anhält oder doch nur ein Impuls war.

Ich erlaube es mir auch immer mal wieder, etwas allein der Schönheit wegen zu wollen oder deshalb, weil es mich glücklicher macht. Das soll nur nicht jedesmal als "Ausrede" vorgeschoben werden.

 

 

WEITER NACHDENKEN:

Ganz ohne ein gewisses Restrisiko funktioniert das Nähen wohl nie, und beim Lernen muss man manchmal auch Misserfolge (und evtl. verschwendete Ressourcen) in Kauf nehmen.

Ich bin durchaus dafür, etwas Neues zu wagen oder hin und wieder Experimente einzugehen - darin liegt ja auch die kreative Herausforderung beim Nähen. Aber ich denke, die Wahrscheinlichkeit, am Ende ein gelungenes Werk vollbracht zu haben, kann durch ein paar einfache Fragen erhöht werden.

Ein paar Fragen, die ich mir stelle, bevor ich losnähe, zuschneide oder auch Stoffe/Schnittmuster/Nähzubehör... kaufe, sind also:

 

Wie oft werde ich das Kleidungsstück tragen? Passt es wirklich in meinen Alltag und in mein Leben? (Ich schreibe hier stellvertretend Kleidungsstück, dasselbe gilt aber auch für Taschen, Accessoires oder was sonst so genäht wird.)

Hab ich nicht schon etwas sehr Ähnliches, das ich stattdessen benutzen kann?

Kann ich das Kleidungsstück mit dem vorhandenen Inhalt meiner Garderobe gut kombinieren? 

Passt das Kleidungsstück wirklich zu mir, zu meinem persönlichen Stil? Fühle ich mich darin gut und schön?

Beherrsche ich alle nötigen Nähtechniken, damit das Kleidungsstück auch wirklich gelingen wird? Sollte ich eine neue Technik erst üben?

Habe ich die passende Ausrüstung/das Werkzeug schon zur Verfügung oder müsste ich extra Neuanschaffungen machen?

Habe ich die zum Schnittmuster passende Stoffwahl getroffen?

Kann ich einfach losnähen oder muss ich den Schnitt vorher anpassen? Wenn ich Anpassungen machen muss, wie groß ist der Aufwand und steht er für das zu erwartende Ergebnis? Sollte ich ein Probestück nähen?

 

 

BEWUSSTE MATERIALAUSWAHL:

Das Angebot an wunderschönen Stoffen (an spannenden und praktischen Nähhelferleins und schickem Handarbeitszubehör, an toller Wolle...etc) ist inzwischen (fast) unüberschaubar und die Verlockungen sind riesig. Das ist es gar nicht so einfach, nicht ständig etwas Neues kaufen zu wollen.

Viele Hobbynäherinnen haben ein sehr umfangreiches Stofflager; meines ist zwar bewusst nicht so ausufernd, es wäre aber gelogen, wenn ich behaupten würde, keine Vorräte zu haben.

Deswegen bemühe ich mich, so oft wie möglich das Material zu nutzen, das ich bereites habe. Wenn genau der passende Stoff für mein geplantes Projekt dennoch nicht (oder nicht in ausreichender Menge) vorhanden ist, versuche ich erst mal, ein bisschen ums Eck zu denken und kreativ zu werden.  Kann ich vielleicht zwei Stoffe kombinieren, um auf die benötigte Stoffmenge zu kommen oder das Modell etwas kürzen, Teilungsnähte einfügen oder vielleicht Bündchen annähen statt einen Umschlagsaum zu machen...? Kann ich den Schnitt (leicht) anpassen, um vielleicht auch eine andere Stoffart verwenden zu können? 

 

Wenn ich dann doch zum Schluss komme, neuen Stoff besorgen zu müssen, ist es nicht egal, woher ich den Stoff beziehe. Hier wühle ich mich wieder durch viele Überlegungen:

Wie und von wem und unter welchen Bedingungen wurde der Stoff produziert (kann ich das überhaupt herausfinden?) Wie umweltfreundlich sind Material und Herstellungsprozess?  Ist der Stoff qualitativ hochwertig und langlebig? Kann ich den Stoff vor Ort kaufen oder muss ich ihn bestellen (und wenn ja, kann ich, wenn ich unsicher bin, eine Stoffprobe bestellen, um Fehlkäufe besser zu verhindern)? Wie groß ist die Mindest-Abnahmemenge und wieviel Reste werden anfallen?

 

Ich versuche, nachhaltige Stoffe bzw Bio-Stoffe (am besten GOTS-zertifiziert) zu verwenden - am leichtesten ist das, wenn ich in Läden suche, die nur ein möglichst nachhaltiges Sortiment führen. Zugegeben, viele dieser Stoffe sind (zu Recht) sehr teuer, und ich kann gut verstehen, wenn sich das nicht jede/r leisten kann, ich kann es auch nicht immer - hier macht aber auch die Menge etwas aus: Wer insgesamt weniger konsumiert, kann sich womöglich auch hochwertigeres Material für wenige, ausgewählte Projekte leisten.

 

Außerdem kann nachhaltigere Materialauswahl auch anders passieren: Upcycling ist hier ein großes Thema. Gerade bei Kindersachen (bzw. bei allen Projekten, die wenig Stoff brauchen) bietet es sich an, bereits vorhandene Textilien umzuarbeiten und einem neuen Benutzungszweck zuzuführen. Auch für Probeteile o.ä. bietet es sich an, den Stoff von schon vorher benutzten/alten/ nicht mehr gebrauchten Textilien zu verwenden (hier kann man bei Bedarf auch stückeln).

  

 

STOFFMENGEN BEACHTEN, RESTE VERMEIDEN BZW. VERWERTEN:

Mit wenigen Ausnahmen * halte ich es für sinnvoll, Stoffe nicht einfach so und auf Vorrat zu kaufen, sondern nur für ein konkretes Projekt. (Hier braucht es aber auch wieder eine Portion Ehrlichkeit: Ist es realistisch, dass ich das Projekt auch wirklich (zeitnah) umsetzen kann?) 

Es macht Sinn, die richtige Stoffmenge gut zu überlegen, denn sowohl Reste, die sich dann im Stoffschrank stapeln, als auch zu wenig Stoff, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen, wollen vermieden werden. Ist also der beim Schnittmuster angegebene Verbrauch wirklich die benötigte Menge, oder ist sicherheitshalber mehr angegeben? Hat mein Stoff überhaupt dieselbe Stoffbreite? Werde ich Änderungen (z.B. Verlängern oder Verkürzen) am Schnittmuster vornehmen und ändert sich dadurch der Stoffbedarf? Ich persönlich finde es am leichtesten, das Schnittmuster VOR dem Stoffkauf vorzubereiten und dann die (evtl. angepassten) Schnittteile auszumessen.

 

(* Zu den Ausnahmen: Manchmal mag es sich rentieren, eine größere Menge von gewissen "Grundzutaten" auf Lager zu haben - ich benutze z.B. für Kindershirts oft Bündchenware in den Farben Dunkelblau und Mittelgrau. Für jedes einzelne T-Shirt jeweils wenige cm Bündchen zu kaufen (von denen dann ein unbrauchbarer Rest übrig bliebt), finde ich nicht sinnvoll. Ich habe also einen kleinen Bündchen-Vorrat (versuche den aber z.B. durch eine eingeschränkte Farbauswahl zu reduzieren). Hier hat sicher jeder seine eigenen Basics, die ganz sicher immer wieder gebraucht werden und daher auch auf (realistisch geplanten) Vorrat besorgt werden können.)

 

Bleiben dann doch Stoffreste übrig, ergibt sich die Frage: Was tun damit? Viele kleinere Nähprojekte können mit Reststücken verwirklicht werden - hier habe ich mal ein paar Ideen zusammen geschrieben und hier möchte ich alle Projekte aus Stoffresten, die ich 2020 nähe, sammeln. Viel weitere Inspiration findet sich in den Weiten des www.

Außerdem können Stoffreste gespendet oder verschenkt werden. 

 

Grundsätzlich gilt: Auch Reste sind Ressourcen! Ich versuche also, sie sinnvoll zu vernähen, zu etwas, das auch gebraucht wird, und nicht nur, die Reste irgendwie "loszuwerden".

 

 

BEWÄHRTES BEIBEHALTEN:

Experimente gehören für mich zum kreativen Prozess dazu, und einer der Gründe, warum ich gerne nähe, ist, dass ich meine eigenen Ideen umsetzen und meine Kleidung individuell gestalten kann. Da gehört, vor allem anfangs, bei noch weniger Erfahrung, leider auch dazu, dass mal etwas misslingt. Um das zu vermeiden, ein paar Tipps:

 

Schnittmuster, die gut passen oder bereits angepasst wurden und sich bewährt haben, nähe ich mehrfach. Dabei muss das fertige Kleidungsstück nicht immer gleich aussehen - nicht nur eine unterschiedliche Stoffwahl führt zu anderen Ergebnissen, bewährte (Basic-)Schnittmuster sind auch ein guter Ausgangspunkt für Abwandlungen und eben "Experimente". Mit ein bisschen Näherfahrung lassen sich viele kleine Änderungen an Schnittmustern vornehmen (Längen- und Weitenänderungen, Ausschnitttiefe oder -form ändern, Hinzufügen von Details wie Taschen, Teilungsnähten, Rüschen o.ä. ...), die zu ganz neuen Ergebnissen führen. Die Fabelwald-Schnittmuster lassen sich übrigens alle vielfach variieren - Ihr findet zu diesem Thema bei mir auch immer wieder Inspirationen und auch Tutorials. 

Auch bei Kindersachen bietet es sich an, einen bereits für gut befundenen Schnitt in der nächsten Größe wieder zu nähen. Für meine Kinder nähe ich seit Jahren dieselben Basic-Schnittmuster - allerdings sind sie da zugegebenermaßen auch nicht sehr wählerisch (Farben und Muster der Stoffe sind ihnen eindeutig wichtiger als die Schnittführung.)

 

Zugegeben, es dauert meist eine Weile, DAS Schnittmuster zu finden, und eine gewisse Ausprobierphase gehört wohl dazu. Ich denke aber, es kann ganz gut gelingen, völlige Fehlgriffe zu vermeiden, wenn das Schnittmuster vorher überprüft wird. (Passt es zu meinem Stil? Passt es zu meinen Körperformen?)

Ich vergleiche Schnittmuster grundsätzlich mit meinen Körpermaßen oder auch mit fertigen, gern getragenen Kleidungsstücken - entweder (wenn ich das Schnittmuster schon habe) durch Auflegen und Nachmessen direkt am Schnitt, oder im besten Fall schon vor dem Kauf anhand von Körpermaß- und Fertigmaßtabellen. Gibt es hier zu große Abweichungen, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Lieblingsstück entstehen wird...

Hier finde ich es auch wichtig, deutlich zu sagen, dass nicht jeder Schnitt an jeden Körper passen kann. Wir alle haben nicht nur unterschiedliche Maße, sondern vor allem auch unterschiedliche Proportionen. Wenn ich Schnittmuster mache, versuche ich natürlich, diese so zu gestalten, dass die danach genähten Kleidungsstücke am Ende vielen Personen passen. Das geht aber niemals ohne Kompromisse, und nicht alle werden am Ende ein gleich zufriedenstellendes Ergebnis bekommen. Bei der Schnittmustererstellung muss immer auf Durchschnittswerte zurückgegriffen werden - das die oder der Einzelne aber nicht in allen Punkten dem Durchschnitt entspricht ist ganz normal. Und gut so!

 

Das führt zum nächsten Punkt:

 

SCHNITTMUSTER ANPASSEN:

Ich persönlich habe Schnittmuster von Anfang an angepasst und abgewandelt - einerseits, weil mein Körper  oft "dem Durchschnitt" nicht entspricht, andererseits, weil ich hierin einen der größten Vorteile beim Selbernähen sehe - ich kann es für mich und nach meinem Geschmack passend machen.

Ich denke, für alle, die regelmäßig nähen, zahlt es sich auf jeden Fall aus, sich ein bisschen mit Schnittanpassung zu beschäftigen. Die Sache ist nicht so schwierig, wie sie vielleicht aussieht! 

Ich habe mit der Zeit gelernt, auf welche Stellen ich besonders achten muss, weil meine Maße hier von den Durchschnittsmaßen offenbar abweichen und überprüfe neue Schnittmuster vor allem in diesen Bereichen vor dem Zuschneiden. Es braucht ein bisschen Zeit und die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Körper (bejahend und wohlwollend!) auseinander zu setzen, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Und ganz wichtig: Nicht der Körper ist irgendwie falsch oder sollte geändert werden - das Schnittmuster ist es, das angepasst werden kann.

 

 

ÄNDERN UND REPARIEREN:

Auch mit den besten Vorüberlegungen kann es dazu kommen, dass ein selbstgenähtes Kleidungsstück doch nicht so 100%ig passt oder gefällt - manchmal vielleicht auch erst nach einer gewissen Zeit (Körper und Figuren ändern sich, und Geschmäcker und Moden auch).

Bevor das Kleidungsstück ungenutzt im Schrank hängt, überlege ich, ob ich es nicht anpassen oder ändern kann. Ja, das ist eher mühsam und macht meist nicht so viel Spaß wie etwas Neues zu nähen, aber ich finde es durchaus sehr befriedigend, wenn ich nachher ein viel besser passendes Teil im Schrank habe. Oft sind es tatsächlich nur kleine Änderungen, die große Wirkung haben.

 

Dass Lieblingsstücke nach einer gewissen Zeit Gebrauchsspuren aufweisen, ist doch ein schönes Zeichen und eine Art "Liebesbeweis". Entsorgt werden müssen die Kleidungsstücke deshalb meist noch nicht. Vielleicht willst Du aber ihren Einsatzzweck ändern - wenn Du mit der geflickten Hose nicht zur Arbeit gehen kannst, kannst Du sie aber immer noch in der Freizeit tragen...

 

Kleinere Abnutzungsspuren, Löcher, Flecken lassen sich gut reparieren - hier gibt es viele tolle Methoden, eher unauffällige und absichtlich auffällige. Inspiration zu diesem Thema findest Du bestimmt, wenn Du nach Schlagworten wie #visiblemending #mendingmatters #reparierenstattwegwerfen #stopfkunst u.ä. suchst.

 

GUTE PFLEGE:

Keine Überraschung: Die Langlebigkeit von (selbstgenähter) Kleidung erhöht sich, wenn sie richtig gepflegt wird. Ich versuche also immer auf die Pflegehinweise für verschiedene Stoffarten zu achten und überdenke im Sinne der Nachhaltigkeit die Wahl des Waschmittels, der Waschtemperatur und auch die Häufigkeit der Wäsche - oft reichen auch das gründliche Lüften der Kleidung oder das punktuelle Entfernen eines kleineren Flecks...

 

 

Zum Schluss will ich noch sagen, dass ich auch nicht immer alles richtig mache und auch bei mir in Bezug auf mein Konsumverhalten sicher noch viel Verbesserungspotential da ist.

Radikaler Verzicht wäre vielleicht eine Lösung, ich glaube aber nicht, dass sie sehr realistisch ist, schon gar nicht so von heute auf morgen. Stattdessen möchte ich mich darauf besinnen, noch viel bewusster auszuwählen. Ich glaube daran, dass auch die kleinen Schritte zählen - und dass es das wichtigste ist, einfach mal anzufangen!

Hier konnte ich - auch wenn es ein langer Blogbeitrag geworden ist - das Thema nur streifen, aber ich würde mich freuen, vielleicht den einen oder anderen Gedankenanstoß gegeben zu haben.

 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Martina (Mittwoch, 12 Februar 2020 10:10)

    Ein so zutreffender Artikel! Ganz viele dieser Gedanken bewegen mich auch seit einiger Zeit. Besonders, wenn ich mich von den bunten Bildern bei Insta & Co. inspirieren lasse... Dann innerlich einen Schritt zurück zu treten und zu überlegen, ob ich das wirklich will, brauche und möchte hilft oft. Und ja: Manchmal darf man auch einfach etwas haben wollen, weil es schön aussieht �

  • #2

    Milla (Mittwoch, 12 Februar 2020 10:38)

    Ein toller Beitrag! Ich denke auch oft darüber nach. Ich kaufe wirklich nur noch selten Kleidung. Wenn ich durch die Geschäfte gehe, dann meist nur noch zur Inspiration. Oft gehe ich mit dem Gedanken nach Hause, dass ich dieses oder jenes auch selber nähen kann. Aus Zeitmangel geschieht das oft nicht und dann merke ich auch, dass ich dieses Kleidungsstück ja auch nicht vermisst habe. Also war der Bedarf eigentlich nicht da.
    Bei Stoffen gerate ich leider öfter in Versuchung.
    Es ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte.
    Liebe Grüße
    Milla

  • #3

    Renate (Mittwoch, 12 Februar 2020 13:58)

    Ein wundervoller Artikel. Sich dafür Zeit zu nehmen, so viele wichtige und wertvolle Worte aufzuschreiben, das ist beeindruckend. Jerzt sollte sich auch jede/r die Zeit des Lesens nehmen. Danke Steffi

  • #4

    Anke (Mittwoch, 12 Februar 2020 14:44)

    Das ist ein wirklich toller Artikel mit vielen Anregungen. Und ich glaube, uns NäherInnen beschäftigt das Thema Nachhaltigkeit immer mehr. Ich selbst bin eher ein echter Vielnäher, aber vor allem, weil mir die Kreativität so viel Befriedigung verschafft und ein guter Ausgleich zur Kopfarbeit im Job ist.
    Auch ich möchte eigentlich viel gezielter nähen und meine Reste besser verarbeiten. Noch gelingt es mir nicht. Aber das wird schon. Auf meinem Blog beschäftige ich mich seit Neuestem auch mit dem Thema. Dort sollen auch noch viele Beiträge dazu erscheinen, aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Erst heute ist dazu ein Post von mir online gegangen. Schau doch mal vorbei. http://grenzgaenger-design.de/nachhaltigkeit-im-textil-und-modebereich/ Grüße Anke

  • #5

    Ina (Mittwoch, 12 Februar 2020 18:32)

    Da kann ich dir nur beipflichten! Ich habe auch schon seit fast 2 Monaten nicht mehr für das Kind genäht (außer sein erstes Faschingskostüm), einfach, weil er momentan alles hat und wir ja auch noch auf Kleiderspenden von anderen Kindern zurückgreifen. Obwohl es mir so in den Fingern kribbelt etwas für ihn zu nähen, weil das schnelle, befriedigende Zwischendurchprojekte sind. Aber ich ermahne mich immer wieder: er benötigt nichts!
    Für mich sieht das schon anders aus, ich war noch nie gern Klamotten schoppen, und alle Kaufhosen gehen langsam kaputt. Damit darf ich mich mit etwas neuem auseinandersetzen: Hose nähen. Im Herbst kommen dann auch Jacken hinzu, da meine Winterjacke, die ich seit 2009 trage, nun große Brandlöcher abbekommen und und meine andere Übergangsjacke, die ich 2009 in einem Hostel gefunden habe, mir nicht mehr passt.

    Und ich muss zugeben, ich entfolge immer mehr Blogs (vor allem aus Faceb*** und Insta, die jeden Tag posten oder auch 3-4x pro Woche. Das ist mir zuviel! Und ich erfreue mich über Blogs, die aufwändig genähte Sachen zeigen! Aber auch ich muss mich zurückhalten, wenn ich Teile an anderen sehe und total schön finde. Denn nicht immer passt der Stil auch zu mir, so sehr mir die Sachen der anderen an den anderen auch gefallen ;)

    Danke für deinen Beitrag!
    LG Ina

  • #6

    Kirsten (Mittwoch, 12 Februar 2020 20:01)

    So gern habe ich diesen Beitrag gelesen und werde ihn mir unbedingt abspeichern und bestimmt wieder hervorholen. Diese Ausprobierphase , immer neue Schnittstelle, immer andere Stoffe ist so verführerisch und bringt auch Spaß, aber ich glaube, irgendwann kommen wir alle an den Punkt, an dem du schon längs angekommen bist. Einfach mehr nachdenken und dann erst loslegen. Den Weg muss aber jeder für sich selbst finden und du gibst hier so viele Anregungen. Danke.
    LG Kirsten

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