Kleidung nähen ohne Schnittmuster

 

Als ich angefangen habe zu nähen, habe ich mir über Schnittmuster eher wenig Gedanken gemacht. Sobald ich einen Stoff in der Hand hatte, hab ich losgelegt, Schnittteile direkt auf den Stoff gezeichnet, eventuell ein Kleidungsstück aufgelegt, alles mehr so "nach Gefühl".

Heute weiß ich, dass ein bisschen mehr Vorbereitung nicht schaden kann, aber noch immer liebe ich am Nähen das Improvisieren, das Sich-in-den-kreativen-Sog-Ziehen-Lassen und Einfach-Machen. "Freies Nähen", sozusagen.

Als der Verlag Edition Michael Fischer angefragt hat, ob ich mir vorstellen kann, ein Buch zum Thema "Kleidung nähen ohne Schnittmuster" zu schreiben, war bald klar, dass ich mich der Herausforderung stellen wollte.

 

"Ohne Schnittmuster" - das klingt jetzt vielleicht nach reiner Improvisation.

Gemeint ist aber viel mehr das Nähen nach selbst erstellten Schnittteilen, ausgehend von den eigenen Maßen. Es braucht keine Konfektionsgrößen und Maßtabellen, kein Abpausen oder Zusammenkleben der Schnitte, denn die Schnitte können, wenn man mag, direkt auf den Stoff gezeichnet werden.

Nicht für alle Kleidungsstücke wird dieses Prinzip funktionieren. Aber bei vielen ist es möglich - gerade bei leger geschnittenen Modellen, beim "Oversize-Look" und bei solchen Kleidungsstücken, die bei genauerem Hinsehen aus einfachen Formen wie z.B. Rechtecken bestehen. Bestimmt kennt Ihr z.B. alle Tellerröcke - Röcke aus kreisrunden Schnittteilen - Klassiker unter den Schnitten, die ganz einfach selbst zu konstruieren sind.

Im Buch "Kleidung nähen ohne Schnittmuster" habe ich 12 Modelle gesammelt, deren Schnittteile alle auch von "Laien" selbst konstruiert werden können. Von T-Shirts, Blusen, Jacken, Kleidern, Röcken bis hin zur Haremshose ist hoffentlich für jeden Stil etwas dabei.

In Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird das Zeichnen der Schnittteile und das Nähen der Modelle erklärt. Dabei lassen sich diese vielfach abwandeln und an den eigenen Geschmack, an individuelle Tragegewohnheiten und persönliche Wünsche anpassen. Meine Anleitungen sollen eine Anregung sein, selbst kreativ zu werden, die eigenen Ideen umzusetzen und auch mal ein bisschen Mut zur Improvisation aufzubringen.

 

 

Die Bluse, die Du auf den Fotos sehen kannst, habe ich nach dem im Buch enthaltenen "Grundschnitt mit überschnittenen Schultern" genäht. Auf der Rückseite habe ich eine Knopfleiste eingefügt - die findet Ihr im Buch beim "Sommertop".

Vernäht habe ich hier einen wunderschönen Double Gauze in meiner Lieblingsfarbe. Für mich ein gelungenes Kleidungsstück, ganz nach meinen Wünschen.


Blick ins Buch

Bildnachweis: Fotos im Buchinneren vom EMF-Verlag

Nochmal zum Buch an sich: 

Die Idee, die hinter allem steckt, und mit der der Verlag an mich herangekommen ist, ist die, dass es viele Kleidungsstücke gibt, die aus eigentlich recht simplen Schnittteilen genäht werden können. Das können zum Beispiel geometrische Formen wie Rechtecke oder Kreise sein, die entweder direkt genutzt oder nur leicht weitergeformt werden. Hier habe ich im Buch ein paar Beispiele - Bolero, Zipfeljacke, Faltenrock, Wickelrock, Ponchopullover - gesammelt.

 

Darüber hinaus gibt es "kompliziertere" Schnittteile, die aber trotzdem ganz einfach konstruiert werden können - dazu braucht es eigentlich nicht mehr als die eigenen Maße, ein langes Lineal und ein Geodreieck (um auch Winkel messen zu können). Im Buch werden auf diese Weise ein Oberteil mit überschnittenen Schultern, ein Shirt mit Fledermausärmeln, verschiedene Kleider, eine Jacke bzw. ein Mantel usw. konstruiert.


In Schritt-für-Schritt-Anleitungen erkläre ich dabei zuerst jeweils, wie die benötigten Schnittteile erstellt werden. Wer es ganz eilig hat, kann die Schnittteile auch direkt auf den Stoff zeichnen; wer das Kleidungsstück öfter als einmal nähen möchte, zeichnet aber lieber Vorlagen auf Papier.

Danach wird das Nähen der Modelle in einzelnen Schritten und mit Fotos erklärt, und zum Schluss gibt es jeweils noch Tipps für Abwandlungen und Variationsmöglichkeiten.

 

Jedes Modell lässt sich nämlich nicht nur so nachnähen, wie es das Beispiel im Buch jeweils zeigt, sondern auch ganz nach Wunsch variieren. Genau dazu soll das Buch nämlich eigentlich anregen: Schnitte nach eigenen Ideen anzufertigen (oder vielleicht auch bestehende Schnitte anzupassen), ganz auf eigene Vorlieben und auf den eigenen Körper einzugehen, verschiedene Modelle untereinander zu mixen, mit Verarbeitungsweisen und Details zu spielen, etwas einfach mal auszuprobieren und ein bisschen Mut für Experimente aufzubringen!

Blogtour mit Designbeispielen


Ein ganz dickes Dankeschön an alle Teilnehmerinnen! Wenn Ihr auf die Links neben den Fotos klickt, kommt Ihr zu den jeweiligen Blogposts - dort könnt Ihr auch nachlesen, welche Erfahrungen die Damen beim Nähen gemacht haben und noch ein paar Einblicke ins Buch gewinnen.

 


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*Dieser Beitrag enthält Werbung für mein Buch und den Verlag, in dem es erschienen ist, sowie unbezahlte/unbeauftrage Werbung für die verlinkten Webseiten und Social-Media-Accounts.