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Es wird Sommer, und ich habe meinen Kleiderschrank mit einigen locker-luftigen, kurzärmeligen Oberteilen gefüllt.

Konstruiert habe ich den Schnitt mit überschnittenen Schultern nach der Anleitung für das "Grundmodell" aus meinem Buch "Kleidung nähen ohne Schnittmuster".

Weil ich den Schnitt öfter als einmal nähen wollte, habe ich aber nicht direkt auf den Stoff gezeichnet, sondern ein Papierschnittmuster angefertigt.

 

Natürlich gibt es bereits viele ähnliche Schnitte. Ich mag es aber, dass ich hier wirklich alle meine Wünsche berücksichtigen und direkt von meinen eigenen Körpermaßen (die nicht immer in alle Maßtabellen passen - bei wem ist das schon der Fall?) ausgehen konnte. Für mich wichtig waren:

  • lockere, aber nicht zu weite oder gar sackartige ;-) Passform
  • weiter Halsausschnitt
  • eher kurze, engere angeschnittene Ärmel - mir steht es überhaupt nicht, wenn (kurze) Ärmel seitlich zu stark abstehen und damit die Schultern betonen/optisch verbreitern


Genäht habe ich zwei ganz schlichte Basic-Shirts in Dunkelblau und Schwarz, verarbeitet mit Belegen am Halsausschnitt und an den Ärmelabschlüssen. Das schwarze Shirt hat einen leicht geschwungenen Saum, den ich auch mit einem Beleg genäht habe. Beide Shirts sind etwas länger, damit ich sie auch mal in einen Hosen- oder Rock-Bund stecken kann.

Verwendet hab ich einen leichten Single-Jersey. Der Stoff fällt gut, hat aber dennoch etwas Stand.

 


Gleich anders wirkt der Schnitt, genäht aus vergleichsweise dickerem Streifenjersey. Hier habe ich außerdem, um mit dem Muster zu spielen, Teilungsnähte eingefügt - dafür einfach nur den Papierschnitt vorher zerschneiden und schon entsteht ein ganz anderes Design. Die Ausschnitte habe ich auch hier mit Belegen versäubert.

 


Aus Modaljersey wirkt der Schnitt wieder etwas anders. Die Stoffart ist sehr leicht und dünn und hat einen fließenden Fall, weshalb sie sich sehr gut für weiter geschnittene Modelle und luftige Sommerkleidung eignet. Das Shirt hier ist etwas kürzer als die anderen; Halsausschnitt und Ärmelabschlüsse sind mit Versäuberungsstreifen eingefasst.

 


Auch aus Webware lässt sich der Schnitt nähen - weiche, gut fallende Stoffe eignen sich besonders. Ich habe hier meine Lieblingsstoffart Double Gauze vernäht, und ich glaube, dieses Oberteil ist auch mein liebstes von den hier gezeigten.

Bei Webware ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Schnitt weit genug ist, um ihn ohne Öffnung anziehen zu können bzw. über den Kopf zu bekommen, evtl. braucht es hier noch einen Schlitz oder beim Konstruieren des Schnitts etwas mehr Weitenzugaben. (Genaueres findest Du im Buch.)

Ich konnte hier aber denselben Schnitt wie für die Jerseyshirts verwenden. Einzige Änderung: In den Saum habe ich ein schmales Gummiband eingezogen, so wird das Shirt leicht gerafft, und fällt dadurch sehr schön. Allerdings wirkt es dadurch auch kürzer - hier was das gewollt, ansonsten müsstest Du etwas länger zuschneiden.

Halsausschnitt und Armabschlüsse hab ich mit selbstgemachtem Schrägband aus demselben Stoff eingefasst.

 

Welches der Oberteile ist Euer Favorit?

 

Ich habe übrigens erst mal ein Kleid, ausgehend von diesem Schnitt, zugeschnitten...

Viele weitere Abwandlungsmöglichkeiten und Modelle findet Ihr in "Kleidung nähen ohne Schnittmuster".

 

Verwendete Stoffe:

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