BETULA aus Webstoff, PICEA aus Walk: Schnittmuster für spezielle Stoffe anpassen

 

Manchmal muss man einfach etwas ausprobieren und sich auf ein Experiment einlassen. ;-)

Hier findet Ihr Anregungen, wie Ihr Schnittmuster anpassen könnt, um sie aus anderen als den empfohlenen Stoffen zu nähen.  Eine Gelinggarantie gibt es nicht, hier gilt eben: Probieren geht über Studieren! Das zahlt sich aber aus!

 

BETULA aus WEBWARE:

 

BETULA ist ein locker geschnittener Pullover-Schnitt, ausgelegt für leichte Strick- und Sweatstoffe.

Allerdings lässt sich BETULA auch aus Webstoff als Bluse nähen:

 


Betula aus Double Gauze - mehr dazu hier

Betula aus leichtem Baumwollwebstoff - Beispiel von Lulus bunte Welt


 

Folgendes ist dabei zu beachten:

  • Es eignen sich weiche, gut fallende, fließende Webstoffe wie z.B. Double Gauze, Voile, Batist, Viskosestoffe...
  • Betula fällt ohnehin locker-weit aus, eventuell muss aber eine Größe größer zugeschnitten werden, weil der Webstoff nicht dehnbar ist. Hier ist es am besten, wenn Du mit einer bereits genähten Betula-Version aus dehnbaren Stoffen vergleichen kannst. Beachte auch die Tabelle mit den Fertigmaßen im E-Book.
  • Die (Schlitz-) Bündchen müssen an den geraden Saum genäht und verlängert werden, weil sie nicht gedehnt werden. Alternativ lässt sich eine Version ohne angesetzte Bündchen, sondern mit eingeschlagenem Saum oder (beim asymmetrischen Saum) mit Belegverarbeitung nähen.
  • Der weitere Halsausschnitt von Betula ist im Normalfall groß genug, um die Bluse aus nicht dehnbaren Stoffen anziehen zu können. Bei Bedarf könnte aber ein Schlitz, eine Knopfleiste oder ein ähnlicher Verschluss eingearbeitet werden. Die Verarbeitung des Halsausschnitts gelingt z.B. mit einer Schrägbandeinfassung.

 

 

PICEA aus Walkstoff - mehr zu diesem Designbeispiel bei herzekleid


 

PICEA aus WALK / mit angeschnittener Knopfleiste

 

Um den Cardigan Picea als leichten Übergangsmantel z.B. aus Walkstoffen zu nähen, kannst Du leicht einige Änderungen am Schnittmuster vornehmen. Beim hier gezeigten Beispiel wurden diese Punkte berücksichtigt:

  • Version mit Rundhalsausschnitt
  • wegen des dickeren Stoffes eine Größe größer zuschneiden
  • angeschnittene Knopfleiste (siehe Erläuterung zur folgenden Skizze)
  • offenkantige Verarbeitung (bei nicht-fransenden Stoffen; ansonsten ist eine Versäuberung mit verstürzten Belegen möglich)

Änderungen am Schnittmuster:

  • Das Schnittteil für die Knopfleiste wird in der Breite halbiert (Umbruchslinie) und an das Vorderteil geklebt.
  • Am Halsausschnitt werden  großzügigere Nahtzugaben zugeschnitten, in diesem Fall in der Breite von 1,5 cm.

Konstruieren der Belege an Halsausschnitt, Knopfleiste und den Säumen:

  • Für die Saumbelege an Ärmeln, Vorder- und Rückenteil werden die unteren Bereiche der Schnittmusterteile abgepaust und parallell zu den Saumlinien - etwa im Abstand von 3-5 cm - die Oberkanten der Belege eingezeichnet. Die Seitenlinien der Schnittmusterteile werden übernommen. So entstehen die auf der Skizze rot eingefärbten Flächen. Diese können auch zusammenhängend (Saumstreifen an Vorder- und Rückenteil) zugeschnitten werden.
  • Für den Beleg am Halsausschnitt Vorderteil, Ärmel und Rückenteil wie gezeigt zusammenlegen und parallel zur Halsausschnittslinie (hier bereits mit erweiterter Nahtzugabe, siehe oben) einen 3 cm breiten Beleg zeichnen. Dieser wird an der Hinteren Mitte im Stoffbruch zugeschnitten.
  • Für Beleg an der Knopfleiste einfach das in der Breite halbierte (und vorher am Vorderteil angefügte) Schnittmusterteil verwenden und um die Höhe des Saumbelegs und des Halsbelegs kürzen. Der Beleg für die Knopfleiste kann mit dem Halsbeleg zusammenhängend zugeschnitten werden.